
Erweiterungsmodul · AG-WS
Wasserspeicherung
Warum ist Wasserspeicherung wichtig?
Vielen Menschen fehlt der Zugang zu sauberem Trinkwasser – gezielte Wasserspeicherung ist der Schlüssel zur Lösung dieser Herausforderung.
Überbrückung saisonaler Trockenperioden: Niederschlag fällt nur 3–6 Monate im Jahr. Ohne Speicherung geht Regenwasser verloren, während in der Trockenzeit akuter Mangel herrscht.
Abmilderung des Klimawandels: Der IPCC prognostiziert bis 2050 beispielsweise für Subsahara-Afrika 10–20 % weniger Niederschlag. Klimaresiliente Speicherinfrastruktur sichert die Zukunft ganzer Regionen.
Unabhängigkeit von zentraler Infrastruktur: 75 % der Haushalte haben keinen Wasseranschluss, die Elektrifizierungsrate liegt unter 20 %. Dezentrale Speicherlösungen arbeiten autark – ohne Stromnetz oder Leitungsnetz.
Verbesserung der Gesundheit: Jährlich sterben über 300.000 Kinder unter 5 Jahren an Durchfallerkrankungen durch unsicheres Wasser. Saubere Speicherung in Kombination mit Aufbereitung reduziert wasserbedingte Krankheiten drastisch.
Wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen: Frauen und Mädchen verbringen täglich Stunden mit dem Wasserholen. Die Weltbank schätzt ohne Verbesserung einen BIP-Verlust von 10–15 % bis 2050.
Gemeinschaften stärken: Gemeinschaftsprojekte wie Sanddämme und Berkads fördern die Zusammenarbeit. Der Bau mit lokalen Materialien und Arbeitskräften stärkt die lokale Wirtschaft.
Welche kostengünstigen Speicherlösungen können wir liefern?
Für jede Region und jedes Budget gibt es bewährte Technologien – von 0,5 bis 5.000 m³ Speichervolumen, von einzelnen Familien bis zur Dorfversorgung für über 500 Einwohner.
PE-Regenwassertank (0,5–10 m³): Beste Einstiegslösung. UV-stabilisiert, sofort einsatzbereit, keine Fachkenntnisse erforderlich. Lebensdauer 15–25 Jahre.
IBC-Container (1 m³): Günstigste Sofortlösung. Begrenzte Lebensdauer (3–5 Jahre), UV-Schutz empfohlen. Ideal als Übergangslösung.
Falt- / Blasentank (1–500 m³): Erste Wahl für die Nothilfe. Schnell einsetzbar, leicht transportierbar. Standard bei UNHCR und Rotem Kreuz.
Dach-Regenwassernutzung (0,5–50 m³): Ein Dach von 100 m² liefert in den Tropen bis zu 80.000–150.000 L/Jahr. Ideal für Schulen und Gemeindezentren.
First-Flush-System (Ergänzung): Leitet den verschmutzten ersten Abfluss automatisch ab. Unverzichtbare Ergänzung zur Regenwassernutzung. Eigenbau möglich.
Sanddamm (500–5.000 m³): Speichert Millionen Liter im Flussbettsand, geschützt vor Verdunstung. Gebaut mit lokalen Materialien und Gemeinschaftsarbeit. Lebensdauer über 50 Jahre. Bewährt in Kenia, Tansania und Äthiopien.
Erdbecken / Berkad (5–500 m³): Einfacher Aushub mit HDPE-Auskleidung.
Unterirdische Zisterne (5–100 m³): Ferrozement/Stahlbeton, kühle unterirdische Speicherung reduziert mikrobielles Wachstum. Ideal für Einrichtungen. Lebensdauer über 30 Jahre.
Johad / Erdwallteich (50–5.000 m³): Fängt Oberflächenabfluss auf und reichert das Grundwasser an.
Die wichtigsten Vorteile dieser Lösungen
Geringer Wartungsaufwand: Passive Systeme ohne bewegliche Teile. Lebensdauer 20 bis über 50 Jahre bei minimaler jährlicher Inspektion.
Nutzung lokaler Materialien: Sanddämme, Berkads und Johads werden aus Erde, Sand, Steinen und Beton gebaut. Keramikfilter und Biosandfilter können vor Ort hergestellt werden.
Stromversorgung nur bei Bedarf: Die meisten Systeme arbeiten ohne Strom. Wo nötig, genügt ein kleines Solarmodul (50–100 W) für eine 12-V-Pumpe. Kein Diesel, kein Netzanschluss.
Skalierbar von 0,5 bis 5.000 m³: Vom einzelnen IBC-Container bis zum Sanddamm. Schrittweiser Ausbau möglich.
Gemeinschaftstauglich und klimaresilient: Bau und Betrieb durch die Gemeinschaft. Überbrückt Trockenperioden und stärkt die Widerstandsfähigkeit.
Stromversorgung – nur bei Bedarf
Ohne Strom: Schwerkraft, Handpumpe oder Seilpumpe. Die Afridev-Handpumpe ist Standard in Ostafrika.
Kleine Solaranlage: 12-V-DC-Pumpe + 50–100 Wp-Modul. Bis zu 4.000 L/h.
Mittlere Solaranlage: Grundfos SQFlex + 300–600 Wp. Bis zu 5.000 L/h, bis zu 70 m Förderhöhe. AC/DC ohne Wechselrichter. In ganz Afrika bewährt.
Generator als Reserve: Benzin-Motorpumpe 2". Bis zu 40.000 L/h. Nur als Notreserve.
Welches Zubehör wird für den Betrieb benötigt?
Alle Komponenten sind auf regionale Anforderungen ausgelegt: hohe UV-Belastung, wenige Fachkräfte, lange Lieferwege.
Pumpen und Förderung: Handpumpe, Seilpumpe, Afridev, Solar-Tauchpumpe 12 V, Grundfos SQFlex, Motorpumpe 2"
Solartechnik und Energie: Solarmodule 50–600 Wp, Laderegler/MPPT, Batterie AGM/LiFePO4, Generator 2–3 kW
Rohre und Fittings: HDPE-Rohr 25–32 mm, flexibler Schlauch, Saugschlauch 2", Flachschlauch 2", Dachrinnen, PE-Fittings
Wasseraufbereitung: Chlortabletten, Keramikfilter, Biosandfilter, SODIS, First-Flush-Ableiter, Wassertestkit
Baumaterialien (meist lokal verfügbar): Zement, Bewehrungsstahl, HDPE-Geomembran, Geotextil-Schutzvlies, Verdunstungsschutzfolie
Installation und Werkzeug: Installateur-Werkzeugset, Erdbauwerkzeug, Tankgestell, Reparaturset, Universal-Werkzeugkasten
Schutz, Hygiene und Schulung: Wasserkanister 20 L, Hippo Water Roller, Tippy Tap, Seife, WASH-Schulungsmaterialien, Ersatzteilvorrat
Wasseraufbereitung – vom Speicher zum Trinkwasser
Gespeichertes Wasser ist nicht automatisch Trinkwasser. Die WHO empfiehlt eine doppelte Barriere: Desinfektion in Kombination mit Filtration.
Chlortabletten (NaDCC/Aquatabs): 99,9 % der Bakterien/Viren. 1 Tablette = 20 L, 30 Minuten.
Keramikfilter (Potters for Peace): 99,9 % der Bakterien + Trübung. 2–3 L/h. Lokale Herstellung möglich (KE, GH, TZ, NG).
Biosandfilter (CAWST): 90–99 % der Bakterien. Aus lokalen Materialien gefertigt. 40–60 L/h. Kostenlose Baupläne verfügbar.
SODIS / Solare Desinfektion: 2-L-PET-Flaschen, 6 Stunden Sonnenlicht. Von der WHO empfohlen.
Intakte Trinkwasserquelle / Brunnen
Wo ein Brunnen vorhanden oder geplant ist, bietet er die zuverlässigste Quelle. Grundwasser ermöglicht eine stabile Versorgung unabhängig von saisonalen Schwankungen.
Empfohlene Kombination: Eine solarbetriebene Tauchpumpe (z. B. Grundfos SQFlex) speist einen erhöhten PE-Tank oder eine Zisterne. Verteilung an die Gemeinschaft per Schwerkraft. Chlorung und Filtration sichern die Qualität. Autark, skalierbar, minimale Betriebskosten.
Wichtige Aspekte: regelmäßige Wasseranalysen (vierteljährlich), Schutzzone mit mindestens 30 m Radius, fachgerechte Abdichtung gegen eindringendes Oberflächenwasser, geschultes Wasserkomitee vor Ort, Ersatzteilvorrat lokal gelagert.
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