
Erweiterungsmodul · AG-WP
Holzpelletherstellung
Vom Holzabfall zum hochwertigen Brennstoff – effizient, nachhaltig, wirtschaftlich
Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb oder in einem Fachbereich Zimmerei & Tischlerei fallen laufend Holzreste an: Sägemehl, Äste, Totholz, Schnittholz und Stammabschnitte. Statt diese Reste zu entsorgen oder ungenutzt verrotten zu lassen, können sie zu hochwertigen Holzpellets verarbeitet werden – einem genormten, CO₂-neutralen Brennstoff mit stetig wachsender Nachfrage.
Holzpellets sind kompakte Presslinge aus getrocknetem und zerkleinertem Holz (Durchmesser 6 mm, Länge 10–30 mm). Durch die Verdichtung wird das natürliche Lignin im Holz aktiviert, das als Bindemittel wirkt – chemische Zusätze sind nicht erforderlich.
Mit der Pelletherstellung lässt sich Restholz in einen genormten, lagerfähigen und marktfähigen Energieträger umwandeln – für den Eigenbedarf oder als zusätzliche Einkommensquelle.
Vorteile der eigenen Pelletherstellung
Wirtschaftliche Vorteile
Verwertung von Holzabfällen und Sägemehl, die sonst entsorgt oder verbrannt würden – Wertschöpfung aus Reststoffen
Zusätzliche Einkommensquelle durch Verkauf an Nachbarn, Gemeinden, Pellethändler oder Direktkunden
Deutliche Senkung der eigenen Energiekosten im Vergleich zu Öl, Gas oder Strom
Unabhängigkeit von schwankenden Brennstoffpreisen und Lieferengpässen
Kostengünstige Verwertung von Landschaftspflegematerial, Sturmholz und Durchforstungsholz
Praktische Vorteile
Kein stundenlanges Holzsammeln, Sägen und Spalten mehr – Pellets sind sofort einsatzbereit
Enorme Platzersparnis: Pellets haben eine höhere Energiedichte als Scheitholz (ca. 4,8–5,0 kWh/kg)
Einfache, saubere und dosierbare Lagerung in Säcken, Big Bags oder Silos
Automatische Beschickung von Pelletöfen und -kesseln – kein manuelles Nachlegen
Gleichbleibende, genormte Brennstoffqualität für optimale Verbrennungsergebnisse
Ganzjährige Produktion möglich – unabhängig von Wetter und Jahreszeit
Das Material ist förderfähig, d. h. ein Heizkessel kann automatisch betrieben werden
Ökologische Vorteile
Nahezu rückstandsfreie Verbrennung: weniger als 0,5 % Asche bei reinen Holzpellets
Keine Feinstaubprobleme bei modernen Pelletkesseln mit Partikelfilter
Regionaler Kreislauf: kurze Wege, keine langen Transportketten wie bei fossilen Brennstoffen
Nachhaltige Nutzung lokaler Holzressourcen – ein Beitrag zur Kreislaufwirtschaft
Geeignete Rohstoffe
Grundsätzlich lässt sich jedes unbehandelte naturbelassene Holz zu Pellets verarbeiten.
Die folgende Übersicht zeigt die typischen Ausgangsmaterialien auf einem landwirtschaftlichen Betrieb:
Direkt verfügbare Holzreste
Sägemehl und Hobelspäne aus der Betriebswerkstatt
Verschnitt und Abfallholz aus Bau- und Reparaturarbeiten
Altholz (unbehandelt, naturbelassen) aus Abbrucharbeiten
Holzpaletten und Verpackungsholz (Nägel entfernt)
Holz aus Forstwirtschaft und Landschaftspflege
Durchforstungs- und Schwachholz aus dem eigenen Wald
Äste, Kronenholz und Wipfelstücke nach der Holzernte
Totholz und Sturmholz (sofern nicht stark zersetzt)
Schnittgut aus Heckenpflege, Obstbaumschnitt und Straßenrandpflege
Frischholz jeder Art (Nadel- und Laubholz) – muss vor dem Pressen getrocknet werden
Der Herstellungsprozess (Prozesskette)
Die Pelletherstellung folgt einem klar strukturierten Prozess in sechs Schritten.
Alle Schritte lassen sich im Fachbereich mit Kleinmaschinen durchführen:
Zerkleinerung – Äste, Stämme und Holzreste werden mit einem Häcksler oder Schredder auf Hackschnitzelgröße (3–5 cm) zerkleinert. Sägemehl kann diesen Schritt überspringen.
Feinvermahlung – Eine Hammermühle mahlt das Material auf eine einheitliche Partikelgröße von 1–4 mm – Voraussetzung für ein sauberes Pressen.
Trocknung – Das Holz wird auf 10–15 % Restfeuchte getrocknet (Trommeltrockner, Solartrockner oder Lufttrocknung). Frischholz hat oft einen Feuchtegehalt von 40–60 %.
Konditionierung (optional) – Durch Zugabe von Dampf wird das holzeigene Lignin aktiviert – es dient als natürliches Bindemittel. Besonders empfehlenswert bei Laubholz.
Pelletierung – In einer Pelletpresse (Flach- oder Ringmatrize) wird das Material unter hohem Druck durch die Matrizenbohrungen gepresst. Die Reibungswärme (80–130 °C) schmilzt das Lignin und verbindet die Fasern. Pelletdurchmesser: 6 mm.
Kühlung & Siebung – Die heißen Pellets werden in einem Gegenstromkühler ausgehärtet. Anschließend trennt ein Sieb den Feinanteil ab, der in den Prozess zurückgeführt wird.
Das Endprodukt: normgerechte Holzpellets (6 mm Durchmesser, 10–30 mm Länge) mit einem Heizwert von ca. 4,8–5,0 kWh/kg und einem Aschegehalt unter 0,5 %.
Einsatzbereiche für Holzpellets
Nutzung im eigenen Betrieb
Kochen (Pelletkocher sind 3- bis 5-mal effizienter als herkömmliche Holzkohleherde)
Stromerzeugung – netzunabhängig und in Mini-Grids
ORC-Anlagen (Organic Rankine Cycle): 5–50 kW
Stirlingmotoren: 1–10 kW
Dampfmaschinen / Dampfschraubenmotoren: Bereich 10–100 kW.
Vergasung + Gasmotor: 20 kW
Kühlung (Absorptionskälte)
Trocknung landwirtschaftlicher Erzeugnisse
Industrielle Prozesswärme für Kleinbetriebe
Wasseraufbereitung und Desinfektion
Pflanzenkohle als wertvolles Nebenprodukt
Kükenaufzucht und Geflügelhaltung
Maschinen und Ausstattung
Auf Anfrage stellen wir eine vollständige Ausstattungsliste zusammen, abgestimmt auf Ihre Rohstoffe, Ihren Durchsatz und Ihr Budget.
Eine typische Prozesskette umfasst:
Zerkleinerung: Gartenhäcksler, professioneller Schredder, Hammermühle
Trocknung: Trommeltrockner, Rohrtrockner, Solartrockner
Pelletierung: Pelletpresse (Flach- oder Ringmatrize), Konditionierer
Nachbehandlung: Gegenstromkühler, Rüttelsieb
Fördertechnik: Förderschnecken, Lagersilos, Trichter
Messtechnik: Holzfeuchtemessgerät, Digitalwaage, IR-Thermometer, Messschieber
Sicherheit: Gehörschutz, Staubmaske, Schutzbrille, Absauganlage, Feuerlöscher
Elektrik: Frequenzumrichter, Schaltschrank, Starkstromanschluss
Verpackung: Absackwaage, Big Bags, PE-Säcke
Fordern Sie ein individuelles Angebot an
Kontaktieren Sie uns für ein individuelles Angebot. Gerne beraten wir Sie zu Anlagengröße und Maschinenkonfiguration – abgestimmt auf Ihren Betrieb und die Verfügbarkeit Ihrer Rohstoffe.
Ihr DMH-Team!
